Freitag, Oktober 20, 2017
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Als Ergebnis unseres Projektes „Frau und Religion“, das wir als Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. in den Monaten September bis Dezember 2012 durchgeführt haben, wollen wir anlässlich des  25. Novembers, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen die Kampagne „NEIN zu Brautgeld“ starten.

Frauen die an unseren Veranstaltungen teilnahmen haben mit uns im Allgemeinen über die verschiedenen Formen von religiös, kulturell und traditionell begründeter Gewalt diskutiert und in diesem Rahmen immer wieder speziell das Thema Brautgeld vorgeschlagen. Insbesondere junge Frauen mit Migrationshintergrund sehen, diese heute auch in Deutschland immer noch ausgeübte Tradition als ernsthaftes Problem und haben sich dafür ausgesprochen, dafür zu kämpfen, dass dieser Brauch von Grund auf abgeschafft wird. Auf diese Weise haben wir das Thema in unsere Vereins-Mitgliederversammlung eingebracht und uns gemeinsam entschieden die Vorschläge aufzugreifen und diese gesellschaftlich wichtige Arbeit in Form einer Kampagne zu beginnen.

Die von uns als Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. geleisteten Forschungsarbeiten, die Themen, die Frauen in unseren Seminaren ansprechen, die Geschichten, über die Frauen in unserer täglichen Beratungsarbeit berichten zeigen alle auf, das Brautgeld innerhalb von Religion beeinflussten Gesellschaften wie z.B. der Kurdischen, Arabischen, Türkischen, Persischen, Afghanischen und Indischen eines der wichtigsten sozialen Probleme und gleichzeitig eine der traditionellen Formen von Gewalt an Frauen ist.

Brautgeld steht in direktem Zusammenhang mit einer Denkweise, die Frau als  Eigentum definiert. Frau ihren eigenen freien Willen abzusprechen und sie auf einen Gegenwert in Geld, einen Besitzwert zu reduzieren ist eine Annäherungsweise, die wie auch immer sie benannt wird, nicht zu akzeptieren ist!

Der Gebrauch von Brautgeld reduziert Frau auf eine Ware, die gekauft und verkauft werden kann. Er demütigt Frauen und bricht ihren Willen und ihre Würde. Diese konservativ, rückschrittlichen Beziehungsformen erniedrigen nicht nur Frauen sondern auch Männer.  Soziale Beziehungen die auf Besitz und Versklavung beruhen ermöglichen auch für den „Herrn“ keine Freiheit. Freie Beziehungsformen können nur gleichberechtig entwickelt werden. Um diesen gesellschaftlichen Sexismus zu überwinden und eine demokratische und geschlechterbefreite Gesellschaft zu erschaffen, ist es nicht nur notwendig, dass Frauen sondern ebenso Männer gegen diese auf Besitz und Unterdrückung basierenden Beziehungsformen kämpfen.

Der „Brautgeld“-Brauch ist in der kurdischen Gesellschaft allgemein verbreitet und wird unter verschiedenen Begriffen wie z.B. "Haqe şire dayeke" (Recht der Muttermilch), "haqe xal" (Recht des Onkels), "ser deri ber deri" (Auf der Tür, vor der Tür - Der Familie der Braut wird vor Verlassen des Haustür, Geld gegeben) und "qelan"(Brautgeld), im türkischen „Başlik Parası“ (wortwörtlich Hauben-Geld) auch in der Diaspora in Deutschland fortgesetzt. Um der negativen Bedeutung des Wortes Brautgeld zu entrinnen, werden dafür verschiedenste Begriffe verwendet, die jedoch den Brauch  und seine erniedrigende Form nicht verändern. Egal unter welchem Namen, es ist nötig das dieser Brauch vollständig abgeschafft wird!

Deshalb beginnen wir als Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. die Kampagne „NEIN zu Brautgeld!“

Dazu bitten wir zu allererst Frauen, Jugendliche und alle InteressentInnen, die sich aktiv an dieser Kampagne beteiligen wollen, ihre Gedanken und Vorschläge dazu mit uns zu teilen. Wir rufen alle Personen, Gruppen, Organisationen und Einrichtungen, die gegen jede Form von Gewalt an Frauen kämpfen, die Kampagne „NEIN zu Brautgeld“ zu unterstützen.

  • Die Brautgeld-Scham beenden!
  • Beziehungen die auf Besitzverhältnissen beruhen sind Sklaverei!
  • Die Befreiung der Frau ist Grundlage einer freien Gesellschaft!

 


 

 

 

 

 

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