Freitag, Oktober 20, 2017
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Die Energie von Kindern in die richtige Richtung lenken - Das erste Kindersommercamp bei Utamara e.V.

Mit viel Freude und sehr lebendig verlief das erste Kindersommercamp vom 1.-3.8.2014 bei der Frauenbegegnungsstätte Utamara e.V. In den Jahren zuvor organisierte Utamara Ferienseminare für Mütter und ihre Kinder. D.h. in diesem Rahmen gab es auch schon die Jahre zuvor Kindersommeraktivitäten. Im Juni dieses Jahres fand darüber hinaus von Utamara organisiert in der Innenstadt von Linz ein überregionales Kinderfest statt. Und nun war es das erste Mal, dass Utamara ein Camp einzig für Kinder durchführte. Ziel dabei war es, den Kindern die Möglichkeit zu geben, sich unabhängig von den Eltern entdecken zu können, selbständig und so in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt zu werden. Da wir den Eltern in der Prägung und Unterstützung ihrer Kinder eine wesentliche Rolle zumessen, fand am Ende des Kindercampes eine kleine Versammlung statt auf der wir den Eltern unsere Eindrücke vermittelten und auch versuchten konkrete Handlungsperspektiven aufzutun.

Zu dem Sommerkindercamp kamen mehr als 20 Kinder, darunter viele aus unterschiedlichen Nationen wie z.B. kurdische, arabische, bosnische und serbische Kinder. Geboten wurde den Kindern im Alter von 9 bis 14 Jahren ein buntes Programm aus Spielen, sportlichen Aktivitäten und Themenrunden.

Nach den ersten Kennenlernspielen, gab es eine Diskussionen darüber, wie sich die Kinder und die Frauen von Utamara in den drei gemeinsamen Tagen ihr Zusammenleben und ihren Umgang vorstellen. Teil davon war auch eine Diskussion über ein Wochenende ohne Technik, d.h. ein Wochenende ohne Handys. Die Kinder sträubten sich und gerieten in helle Aufregung. Jedoch schlugen die Kinder einen Kompromiss vor auf den sich alle einigen konnten. Ihre Handys wollten sie morgens zu Programmbeginn abgeben, abends nach Programmende aber wiederbekommen.

Daraufhin gab es noch ein wenig Zeit, das Haus und die Arbeiten von Utamara kennenzulernen. Nach einem kurzen und aufregenden Abendspaziergang in den Sonnenuntergang erzählten die Kinder zur Nachtruhe Geschichten aus ihrem Leben und dem Leben ihrer Familien.

 Bei Sonnenschein ging es am nächsten Morgen ins Linzer Freibad. Auch die Nichtschwimmer hatten den Vormittag über auf der Rutsche und mit allerlei Wasserspielzeug viel Spass beim planschen und bei ihren ambitionierten Schwimmversuchen. Gegen Nachmittag gab es eine Diskussion über die Vorstellungen der Kinder zur Zukunft. Wie sollte ihrer Meinung nach die Welt in 50 Jahren aussehen? Armut soll es nicht mehr geben, die Natur wieder intakt sein und damit es keine Schulen mehr braucht, sollen alle Kinder schon alles wissen, wenn sie auf die Welt kommen. Sicherlich sähe die Welt wesentlich besser aus, wenn Kinder mehr Raum hätten, sie zu gestalten. Für ein nächstes Kindercamp stünde dann auch die Frage an, wie sie ihre Vorstellungen umsetzen könnten, was sie tun müssten z.B. damit es auf dieser Welt keine Armut mehr gäbe.

Abends wurden die Kinder kulturell gefordert. Sie teilten sich selber in eine Jungen- und in eine Mädchengruppe auf. Während sich die Jungen so gar nicht auf Aktivitäten wie Theater, Singen oder Tanzen einlassen wollten, sondern anstelle dessen Wrestling-Kämpfe vorführen, bzw. eigentlich vorallem kämpfen wollten, studierten die Mädchen eine kurze Tanz-Choreografie ein. Letztlich trugen beide Gruppen Gedichte vor und am Ende gab es noch ein Quiz u.a. zum Thema Kulturen. Den Kindern fiel es nicht leicht Unterschiede zu benennen, machten diese vor allem an Religion fest und fanden vieles andere einfach gleich.

Beim letzten Programmpunkt am Sonntag vormittag bei der Schnitzeljagd ging es zum einen darum, die Natur ein wenig kennenzulernen, Blumen und Bäume zu bestimmen, aber auch sich gegenseitig zu unterstützen lernen. Höchstes Gebot war die Teamarbeit. Der Schatz wurde schließlich mit Hilfe der gewonnenen Hinweiskarten im Garten von Utamara von der aufgeregten Kinderschar entdeckt und unter allen 20 Kindern gerecht aufgeteilt.

Auf der Abschlussversammlung mit den Eltern wurde vor allem über die Technikversiertheit der Kinder gesprochen. Und wie sehr die Technik die Kinder in ihrer Art soziale Beziehungen zu führen dominiert und teils auch von reellen Beziehungen fernhält.

Auch ging es um die auffallenden Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen und der Dominanz der Jungen gegenüber den Mädchen. Möglicherweise entspringt dieses Verhalten auch den erlebten Rollen in der hierarchischen Struktur dieser Gesellschaft, die sich teils auch in den Eltern-Kind-Beziehungen reproduzieren. Die Jungen bewegen sich den Mädchen gegenüber als überlegen und vermeintlich stärker und versuchen die Mädchen immer wieder in eine Rolle der schwächeren zu verweisen. Die Eltern wurden an diesem Punkt ermutigt, diese Logik zu durchbrechen und Alternativen aufzuweisen.

Weiterhin wurde den Eltern nahe gelegt, ihre Kinder gut zu beobachten, ihre Fähigkeiten und Interessen wahrzunehmen und sie darin zu unterstützen, diese zu vertiefen. Die viele Energie der Kinder, die so wertvoll ist, aber Eltern oftmals so viel Ärger bereitet, kann so zumindest in Teilen in eine konstruktivere Richtung geleitet werden.

Es war das erst Utamara-Kindercamp, aber es wird sicherlich ein nächste geben.

Das Camp wurde freundlicherweise von der St. Martin Stiftung finanziell unterstützt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Verbindungen zueinander aufbauen:

Anfangsrunde

Netze spinnen

 

 

 

Gedichte vortragen

im Schwimmbad

 

Demokratie lernen: Gruppendiskussionen

Regeln aushandeln:

 

ohne Worte:

Wie soll unsere Welt in 50 Jahren aussehen?

 unsere Zukunft

 

schnitzeljagd

waldbilder "malen"

vorm Regen Schutz suchen

Picknick nach der Schnitzeljagd:

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