das Jahr 2010 war für unsere Einrichtung wieder ein arbeitsintensives Jahr. Das Projekt „Gewalt ist kein Schicksal – Gemeinsam Lernen Frauen Leben!“ stellt einen Schwerpunkt unserer


 Für den Zeitraum Januar bis Dezember 2010

Inhalt

 Einleitung..............................................................................................................................

1. Projekte

1.1. Projekt „Gewalt ist kein Schicksal – Gemeinsam Lernen Frauen Leben!“.................

1.2. Projekt „Breaking the Cycle of Violence“..................................................................

 

2. Bildungsarbeit

2.1. Bildungsarbeit für junge Frauen................................................................................

2.2. Bildungsarbeit für Frauen...........................................................................................

2.3. Bildungsarbeit für Männer........................................................................................

2.4. Sommerbildungsfreizeit............................................................................................

2.5. Weitere Aktivitäten..................................................................................................

 

3. Netzwerk- und Gremienarbeit

3.1. Runder Tisch gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen.....................................

3.2. Runder Tisch gegen Gewalt Kreis Neuwied...............................................................

3.3. Mitarbeit im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband......................................

3.4. Gemeinsame Konferenzen mit Netzwerkorganisationen.........................................

3.5. Arbeitskreis Integration.............................................................................................

 

4. Frauenprojektemesse.................................................................................................

 

5. Wie finanziert sich Utamara e.V.?...............................................................................

 

6. Personal

6.1. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen.............................................

 

7. Wie kann die Arbeit von Utamara e.V. unterstützt werden?.......................................

 

 

 

 

Einleitung

Liebe LeserInnen,

 

das Jahr 2010 war für unsere Einrichtung wieder ein arbeitsintensives Jahr. Das Projekt „Gewalt ist kein Schicksal – Gemeinsam Lernen Frauen Leben!“ stellt einen Schwerpunkt unserer Arbeit dar. Zugleich ist es uns gelungen, die Beratungsarbeit im Rahmen dieses Projektes mit der Bildungs- und Netzwerkarbeit zu kombinieren. Hierdurch haben wir in unserer täglichen Arbeit bemerken können, dass das gemeinsame Lernen und Leben von Frauen wirklich Kraft und Mut gibt, neue Schritte zu wagen.

In dem vorliegenden Jahresbericht können Sie sich selbst darüber einen genaueren Einblick verschaffen.

Auch im kommenden Jahr werden wir unsere Arbeiten fortsetzen, um den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen und neue Begegnungen zu schaffen. Wie auch Sie daran mitwirken können, erfahren Sie genauer im letzten Abschnitt unseres Jahresberichtes.

Für weitere Fragen und Anregungen können Sie sich gerne an uns wenden.

Mit den besten Wünschen,

der Vorstand der Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V.

 

 

 

1. Projekte
 

1.1 Projekt „Gewalt ist kein Schicksal – Gemeinsam Lernen Frauen Leben!“
Mit dem 2009 begonnenen Projekt „Gewalt ist kein Schicksal - Gemeinsam Lernen Frauen Leben!“ bieten wir eine muttersprachliche Beratung für von Gewalt betroffene Frauen mit Migrationshintergrund an. In dem Projekt wurden zudem Selbsthilfegruppen für Frauen mit traumatisierenden Lebenserfahrungen wie Krieg, struktureller Gewalt und/oder häuslicher Gewalt aufgebaut. Die Erkenntnisse aus und Erfahrungen dieser Arbeit haben wir in Seminaren, Netzwerken und Fachkonferenzen einfließen lassen, um das Wissen um die Folgen und Auswirkungen von Gewalt zu erhöhen und zur Sensibilisierung und Gewaltprävention in der Gesellschaft, von Fachkräfte und BeraterInnen beizutragen. In dem Projekt hat ein interdisziplinäres und interkulturelles Team von teils ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen mitgewirkt. Darunter befanden sich eine Dipl. Theaterpädagogin, eine Sozialpädagogin, eine Psychologin, eine Dipl. Sozialwirtin, eine Juristin, mehrere Dolmetscherinnen sowie Referentinnen aus der Frauenbildungsarbeit. In der Projektarbeit wurde eine enorm stärkende Dynamik deutlich, so dass Frauen, die selbst von Gewalt betroffen waren und ihre Lebenssituation verbessern konnten, ihre Erfahrungen mit anderen Betroffenen teilen und diese sogar unterstützen konnten.

Das Projekt „Gewalt ist kein Schicksal! - Gemeinsam Lernen Frauen Leben!“ wurde durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen in Rheinland-Pfalz sowie den Sozialausschuss Kreis Neuwied gefördert. Es bildete einen Schwerpunkt in unseren Arbeiten im Jahr 2010.

 

 

Muttersprachliche Telefonberatung für Frauen mit Migrationshintergrund


2010 wurden 67 Neuanfragen bei der muttersprachlichen Telefonberatung gestellt. Die meisten Anfragen waren in kurdischer und türkischer Sprache. Komplexere Anfragen aus dem Vorjahr wurden weiter betreut. Bei den Anliegen der Frauen ging es schwerpunktmäßig um Gewalt in der Familie und damit verknüpfte familienrechtliche, aufenthaltsrechtliche und bürokratische Fragen. An die Telefonberatung haben sich etwa zu 2/3 kurdische und türkische Frauen gewandt, ein weiterer Herkunftsschwerpunkt sind Frauen aus den ehemaligen GUS Staaten, dem Balkan sowie aus Vietnam.

In der muttersprachlichen Telefonberatung haben Projektmitarbeiterinnen gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlichen aus verschiedenen Herkunftsländern mitgewirkt. Je nach Wunsch haben wir die Beratung telefonisch oder persönlich und anonym durchgeführt. Wir haben Frauen kurzfristig in Notsituationen unterstützt, aber auch langfristig beratend begleitet. Bei den Beratungsgesprächen legten wir großen Wert darauf, mit den ratsuchenden Frauen gemeinsam nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Das Vertrauen zu uns als Beratungsstelle führte zu einer erfolgreichen Mundpropaganda. Außerdem haben Frauen über unsere Seminar- und Öffentlichkeitsarbeit von der Beratung erfahren.

Die Frauen, die sich an die Telefonberatung gewandt haben, haben zumeist über mehrere Jahre hinweg mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen, für die sie bisher keine entsprechenden AnsprechpartnerInnen finden konnten. Dazu standen die Anruferinnen häufig bereits seit vielen Jahren unter dem Einfluss von mehrfachen, traumatisierenden Gewalteinflüssen. Jede Beratungsanfrage bedeutet eine umfangreiche Betreuung: Neben der Stabilisierung, dem mentalen Aufbau und der Stärkung der Frauen sind ein Sortieren der Schwierigkeiten sowie das Einholen von Fachinformationen für mögliche Lösungswege, eine juristisch und sozial Beratung, häufig Übersetzungsarbeit sowie die längerfristige Begleitung in die Selbstständigkeit nötig. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die Unterstützung immer interdisziplinär erfolgen sollte. Zudem wurden oft Fragen zur Kindererziehung, zu den Sozialleistungen nach SGB II, zum Aufenthaltsrecht etc. gestellt.

 

Die Beratungsarbeit hatte folgende Schwerpunkte:

Psychologische Unterstützung: Viele Frauen, die der Gewalt ausgesetzt sind, fühlen sich ausweglos, schuldig, schämen sich oder haben Angst. Durch psychologische Beratung lassen sich diese Gefühle überwinden. Unser Grundverständnis hierbei ist, dass nicht das Opfer sondern der Täter schuldig ist. Es gibt keine Rechtfertigung für Gewalt gegen Frauen und Kinder. Durch diesen Zuspruch konnten die anfragenden Frauen leichter neue Lebensperspektiven für sich entwickeln.

Rechtliche Unterstützung: Viele Frauen, die Gewalt erleben, kennen häufig ihre Rechte nicht ausreichend. Besonders wenn sie die deutschen Gesetze nicht kennen, können sie diese auch nur begrenzten in Anspruch nehmen oder einfordern. Frauen haben sich zu u.a. Gewaltschutzrecht, Aufenthaltsrecht, Ausländerrecht, Familienrecht, Sozialrecht und allgemeine Gleichbehandlungsrecht von uns informieren lassen.

Strukturelle Unterstützung: Frauen mit Migrationshintergrund haben durch die Beratung die Behördenstrukturen, bürokratische Aufgaben, das Gesundheitssystem, Einrichtungen zur Unterstützung für ihre Probleme oder die ihrer Kinder neu oder besser kennen gelernt. Wir haben die Frauen begleitet, die richtigen AnsprechpartnerInnen zu finden und ihnen verschiedene Verfahren und Vorgehensmöglichkeiten erklärt.

Unterstützung anderer Beratungsstellen und Fachstellen: Da sich an unsere Beratungsstelle schwerpunktmäßig Frauen aus Herkunftsländern des Mittleren Ostens gewandt haben, konnten wir anderen Beratungsstellen zusätzliche herkunftssensible Beratung anbieten. Dies war insbesondere bei Themen wie Zwangsheirat, Gewalt und Morddrohungen im Namen der „Ehre“, anderen Formen von Gewalt und Aufenthaltsstatus, etc. möglich.

  

Interkulturelle Selbsthilfegruppe für Migrantinnen mit traumatischen Erfahrungen wie Gewalt, Krieg und/oder Flucht
 

Über sieben Monate hinweg traf sich 2010 die erste neu gegründete Selbsthilfegruppe in der Frauenbegegnungsstätte UTAMARA. Die Treffen der Selbsthilfegruppe für Frauen mit traumatischen Lebenserfahrungen fand monatlich an einem Wochenende statt. Die Treffen wurden von uns begleitet und unterstützt. Das Programm wurde von uns und den Teilnehmerinnen gemeinsam den Bedürfnissen und Wünschen der Teilnehmerinnen entsprechend gestaltet.

Der Austausch über die schweren Lebensgeschichten in einem vertrauten und solidarischem Rahmen, der gemeinsame Aufbau von Perspektiven, der Abstand zum Alltag und die fachliche, muttersprachliche Begleitung und Beratung zur Entwicklung weiterführender Lebensperspektiven führten bei allen Teilnehmerinnen zu einer enormen Stärkung im Laufe der 7 Wochenenden. Die Frauen konnten sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse entdecken und wahrnehmen. Mütter mit Kindern konnten zudem eine fachlich und muttersprachlich qualifizierte Kinderbetreuung in Anspruch nehmen. Zudem konnten die Mütter gemeinsam an einer Konzeption zur gewaltfreien Kinderziehung arbeiten. In der Abschlussbewertung haben die 12 teilnehmenden Frauen und wir die Treffen als erfolgreich bewertet.

Alle Frauen drückten aus, dass sie sich wesentlich besser fühlten als zu Beginn der Maßnahme und das dies auch von ihrer Umgebung wahrgenommen wurde. Die Weiterführung der Selbsthilfegruppe wird trotz

der Schwierigkeit der örtlichen Distanz unter den Teilnehmerinnen stattfinden.

 

Interkulturelle Selbsthilfegruppe für arbeitslose Frauen mit und ohne Migrationshintergrund
 

Seit Oktober 2010 hat das monatliche Wochenendtreffen der zweiten Gruppe Selbsthilfegruppe stattgefunden. Die Gruppe wurde von 5 Teilnehmerinnen und uns initiiert. Sie diente dem Austausch, der Vernetzung und der gegenseitigen Stärkung von arbeitslosen Frauen. Durch die Selbsthilfegruppe hatten sie die Möglichkeit ihre eigenen Erfahrungen austauschen und die durch die Arbeitslosigkeit entstandene Isolation zu durchbrechen. Einige Male wurden Fachfrauen aus unserem Netzwerk eingeladen.

Der Austausch im vertrauten Rahmen über Ängste und Lösungsmöglichkeiten von gemeinsame Schwierigkeiten, die berufsperspektivische Planungen oder die gemeinsame Suche nach möglichen Stellen für die Teilnehmerinnen bewerteten sie als eine große Erleichterung ihrer Lebenssituation. Die Gruppe hat sich übrigens aufgrund der erfolgreichen Arbeitssuche der Teilnehmerinnen aufgelöst, nicht ohne die Trauer über den Verlust der regelmäßigen, munteren Treffen.

  

Bildungs- und Netzwerkarbeit
 

Im Rahmen des Projekts fanden 20 Seminare zur Aufklärung gegen Gewalt statt, es wurde an 42 Netzwerktreffen teilgenommen sowie 8 Veranstaltungen zur Interkulturellen Öffnung mit gestaltet und durchgeführt.

1.2. Projekt „Breaking the Cycle of Violence“
In dem vom Daphne Programm geförderte EU-Projekt Breaking the Cylce of Violence wurde eine Bildungsarbeit in Form von Schulungsmodulen und -materialien entwickelt, um durch Bildungs- und Informationsarbeit den anhaltenden Kreislauf von häuslicher Gewalt durchbrechen zu können. Diese Materialien und Schulungsmodule wurden europaweit allen interessierten Behörden, Organisationen, Einrichtungen und Individuen zur Verfügung gestellt. Die Motivation der ProjektpartnerInnen zur Mitarbeit an dem Projekt lag in den hohen Zahlen der Gewalt gegen Frauen und Kinder in den jeweiligen Standortländern: In England wurden/werden pro Woche zwei Frauen von ihren Lebenspartnern oder Ehemännern getötet; in Deutschland gibt in offiziellen Studien jede vierte Frau zwischen 16-85 an, mindestens einmal in ihrem Leben sexuelle Gewalt durch ihren Lebenspartner erfahren zu haben. Von ähnlichen Statistiken berichteten auch die ProjektpartnerInnen aus der Slowakei und Bulgarien. Ziel des Projektes war ein ganzheitliches Konzept zu entwickeln. Es soll europaweit eine Stärkung der vernachlässigten präventiven Arbeit fördern und einen maßgeblichen Impuls zur Veränderung des Rollenverständnisses und Geschlechterverhältnisses geben.

Das Projekt wurde von dem englischen Projektpartner, Pupils Parent Partnership (PPP) initiiert. Die Londoner Nichtregierungsorganisation hat 40 MitarbeiterInnen, von denen viele SozialpädagogInnen, TherapeutInnen, Rechts- und SozialberaterInnen sind. Sie richtet ihr Angebot an Jugendliche, die nicht in die Schule gehen, die von Gewalt auf der Straße aber auch in den Familien betroffen sind oder/und die mit der Vielfachbelastung des Zuwanderungsprozesses überfordert sind. Die Mitarbeiterinnen verstehen sich als Fürsprecher für die Jugendlichen gegenüber Behörden, Schulen und anderen Einrichtungen ebenso wie deren Eltern und weiteren Familien.

Der bulgarische Projektpartner ist eine Nichtregierungsorganisation namens Step by Step Foundation Bulgaria, die mit Stadtverwaltung der Stadt Sofia eng zusammenarbeitet. Sie planten ein breites Programm für die Schüler- und Elternarbeit an Schulen zu entwickeln. Gleichzeitig diente das Projekt aber auch als Diskussions- und Erfahrungspool für den neuen Aufbau staatlicher Unterstützungskonzepte (wie z.B. Gesetz zum Schutze der betroffenen Frauen, Aufbau von Frauenhäusern und Hilfsstrukturen).

Der slowakische Partner NSD -Nadacia Skola dokoran (Wide Open School) arbeitet mit an der Entwicklung von alternativer Bildungsarbeit für soziale Brennpunkte mit ehrenamtlichen Kräften aus den jeweiligen Communities. Der Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit und in den Roma Communities. Außerdem beteiligt sich NDS an verschiedenen Projekten zur Verbesserung des Bildungsangebots von Schulen und Lehrern, insbesondere zu Themen wie Armut, Alkoholismus, Gewalt in engen sozialen Beziehungen, etc. Ziel dabei ist die Sensibilisierung für die Vielfalt der Gesellschaft und der Schwierigkeiten aufgrund von Diskriminierung und Perspektivlosigkeit.

Die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. war unter den Projektpartnern die einzige Frauenorganisation. Ziel der Teilnahme an diesem Projekt war, die eigene Expertise und die Erfahrungen in der Beratungs- und Bildungsarbeit von und für Frauen mit den Projektpartnern zu teilen und zugleich diesbezüglich neue Anregungen zu bekommen sowie Materialien für die Bildungsarbeit zu erstellen.

Im Rahmen des Projektes trafen sich die PartnerInnen in jedem Partnerland einmal. Eine Arbeitskonferenz fand am 25. November in Deutschland bei UTAMARA statt. Die Vorstellung des Runden Tisches gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen (RIGG) Rhein-Westerwald und die Konferenz zum Thema „Theorie und Praxis des Gewaltschutzgesetzes, des Ausländergesetzes und des Polizeigesetzes“ stieß bei den Projektpartnern auf großes Interesse.

Die vier Projektpartner aus England, Bulgarien, Slowakei und Deutschland vereint eine jahrelange Arbeit gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen und ein breites Wissen zur schwierigen Situation von Betroffenen, die teils noch durch Flucht- oder Migrationserfahrungen oder spezielle Formen der Diskiriminierung erschwert werden (wie z.B. die Roma Communities der Slowakei oder Migrantinnen in Deutschland und England). Dennoch hatten die Projektpartner sehr unterschiedliche Perspektiven, da ihre Arbeitsfelder verschieden sind (Behörden, Sozialarbeiter, Lehrer, Frauenvereine). Die Projektpartner konnten einen Vergleich der Herangehensweise von verschiedenen Staaten in die Analyse zur Verbesserung der Situation einbeziehen. Eine der größten Schwierigkeiten in der täglichen Arbeit stellt die massive Zusatzbelastung dar, derer Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen mit einem unsicheren Aufenthaltsstatus und den damit verbundenen bürokratischen und sprachlichen Hürden ausgesetzt sind.

Das auf 24 Monate angelegte Daphne Projekt „Den Kreislauf der Gewalt durchbrechen -Bildungsmaterialien für Fachleute und politische Entscheidungsträger, die mit Betroffenen von häuslicher Gewalt arbeiten“, ist in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern aus Bulgarien, Großbritannien und der Slowakei erfolgreich abgeschlossen worden. Das daraus resultierende Handbuch wurde in sieben Sprachen - Kurdisch, Roma, Deutsch, Slowakisch, Türkisch, Bulgarisch und Englisch - gedruckt und veröffentlicht.

 

2. Bildungsarbeit
Ein Hauptthema der Bildungsarbeit und Seminare bestand darin, die Kampagne „Mit unserem Freiheitskampf werden wir die Vergewaltigungskultur überwinden“ bekannt zu machen und eine inhaltliche Auseinandersetzung zu diesem Thema durchzuführen. Insgesamt wurden 4 Veranstaltungen bei UTAMARA und 18 außerhalb, in verschiedenen Regionen und Ländern für unterschiedliche Zielgruppen durchgeführt.

 

2.1. Bildungsarbeit für junge Frauen
07.02.2010 Jugendseminar „Situation der Frau in der kurdischen Gesellschaft“ in Darmstadt

01.-07.08.2010 Sommerbildungsfreizeit für junge Frauen in Utamara

24.-25.07.2010 Seminar für Studentinnen zu sexistischer Gewalt an den Universitäten

 

2.2. Bildungsseminare für Frauen
16.01.2010 Seminar: „Gewalt gegen Frauen“ in Wuppertal

23.01.2010 Seminar: „Was ist Sexismus?“ in Frankfurt

08.03.2010 Seminar: „8. März -100 Jahre internationaler Frauenkampf“ in Kopenhagen

27.03.2010 Seminar: „Geschlechterdemokratie“ in Hamburg

05.04.2010 Giessener Frauengruppe bei UTAMARA

21.05.2010 Hamburger Frauengruppe bei UTAMARA

18.06.2010 Seminar: „Trauma: Eine unverheilte Wunde der Gewalt“ bei UTAMARA

20.07.2010 Seminar für JournalistInnen: Sensibilisierung zur Medienberichterstattung über Gewalt gegen Frauen

30.09.2010 Katholische Frauen Vereinigung bei UTAMARA

12.12.2010 Winterimpressionen

 

2.3. Sommerbildungsfreizeit

Zu der Sommerfreizeit im August waren 17 Frauen zusammen mit ihren Kindern aus der gesamten Bundesrepublik und zum Teil aus Belgien und Frankreich gekommen. Die Sommerfreizeit mit Bildungsseminaren und einem abwechslungsreichen Freizeitprogramm von allen Frauen und Kindern sehr positiv bewertet worden. Es besteht Bedarf daran, weitere Freizeiten zu veranstalten.

 

2.4. Bildungsarbeit für Männer
UTAMARA organisiert und führt Seminare für Männer mit dem Ziel durch, dass Männer patriarchale und dominierende Einstellungen bei sich selbst und anderen hinterfragen. Ein Schwerpunkt wird dabei auf die Lebenserfahrung jeder/s einzelnen Teilnehmers gelegt. Alltagssituationen, Umgangsformen und Beziehungen werden diskutiert und analysiert. Die Auseinandersetzung und Überwindung von gesellschaftlichen Tabus sowie der persönliche Erfahrungs‐ und Wissensaustausch spielen für die Gewaltprävention und Veränderung der familiären Beziehungen eine wichtige Rolle.

 

2.5. Weitere Aktivitäten
Aufruf zum Schreibwettbewerb: Jede Frau hat eine Geschichte

Im Jahr 2010 startete UTAMARA einen Aufruf an Frauen zur Beteiligung an einem Schreibwettbewerb für Erzählungen und Gedichte unter dem Motto "Jede Frau hat eine Geschichte". Ziel dieses Aufrufes ist es, Frauen dazu anzuregen, ihre persönliche Geschichte und Geschichten zu Papier zu bringen. Eine Fortsetzung des Schreibwettbewerbs ist in Planung.

 

Kulturtag

Unter dem Titel „Regenbogen der Kulturen“ veranstaltete die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. am 29. Mai 2010 wieder einen interkulturellen Kulturtag. Wie die Gemeinsamkeit der verschiedenen Farben dem Regenbogen seine Schönheit verleiht, so ermöglichte dieser Kulturtag eine Begegnung mit unterschiedlichen Farben und Facetten der Kulturen von Frauen. Der „Regenbogen der Kulturen“ ist zugleich den Namensgeberinnen Einrichtung Utamara, Uta und Amara, gewidmet. Denn auch sie engagierten sich dafür, Brücken zwischen Menschen und Kulturen zu bauen; gemeinsam für ein Leben in Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit aktiv zu werden. Über 150 Gäste erfreuten sich an dem Musik- und Theaterprogramm im Garten der Frauenbegegnungsstätte und sahen sich die Ausstellung zu Portraits und Lebensgeschichten von Migrantinnen in Deutschland an.

 

 

3. Netzwerk- und Gremienarbeit
 

UTAMARA begreift sich als ein Teil von internationalen feministischen Bewegungen und arbeitet daher in sozialen, lokalen, regionalen, überregionalen und internationalen Netzwerken mit. Eine Kernüberzeugung steckt darin, Bildung als ‘gemeinsames / gegenseitiges Lernen’ zu sehen. UTAMARA organisiert Fachkonferenzen bzw. nimmt an solchen teil. Darüber hinaus bringt UTAMARA sich in Arbeitskreisen wie dem Runden Tisch gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen und der AG Migration des LV des DPWV Rheinland-Pfalz/Saarland ein.

 

3.1. Runder Tisch gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen
Auch im Jahr 2010 hat UTAMARA kontinuierlich an den Sitzungen und Veranstaltungen des „Runden Tisch in engen sozialen Beziehungen Rhein-Westerwald“ teilgenommen und mitgewirkt. Darüber konnten wir unsere regionalen Netzwerke erweitern.

 

3.2. Runder Tisch gegen Gewalt Kreis Neuwied
Um die Zusammenarbeit gegen Gewalt gegen Frauen und Kinder im Kreis Neuwied besser vernetzen zu können und mit den verschiedenen Trägern und Projekten im Kreis gemeinsame Veranstaltungen zu planen, beteiligte sich UTAMARA auch an Sitzungen des Runden Tisches in Neuwied sowie an Öffentlichkeitsaktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen am 25.11.

3.3. Mitarbeit im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes
Als Frauenbegegnungsstätte Utamara e.V. haben wir kontinuierlich an den Arbeitsgruppen und Trägerkonferenzen der Paritätischen Wohlfahrtverbandes teilgenommen. Wir beteiligten uns an der Trägerkonferenz Migration des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, mit Hinblick auf die Vorbereitung einer Konferenz zum Thema „Interkulturelle Öffnung“.

 

16.-19.04.2010 Teilnahme an der Fachtagung des DPWV: Schulische Bildung & ihr Beitrag zur Integration in Berlin

23.-25.06.2010 Fachtagung "Gemeinwesenorientierte Integrationsprojekte im Paritätischen" in Bonn

 

3.4. Gemeinsame Konferenzen mit Netzwerkorganisationen
06.03.2010 Teilnahme an der migrationspolitischen Konferenz in Düsseldorf, Referat zur Positionen von Migrantinnen in Deutschland

04.-06.06.2010 Konferenz der Europäischen Feministischen Initiative bei UTAMARA

01.- 4.07.2010 Daphne-Projekt Ergebniskonferenz in Sofia (Bulgarien)

03.07.2010 Konferenz zur Frauenarbeit in kurdischen Vereinen

08.-11.07.2010 Frauenkonferenz in München mit Teilnehmerinnen aus Süd- und Nordkurdistan (Referentin von Utamara)

27.-29.08.2010 EFI Italy Seminar zu Entwicklung von feministischer Breitenbildung

 

 

3.5. Arbeitskreis Integration
Mitarbeiterinnen von UTAMARA beteiligten sich regelmäßig an den Treffen des Arbeitskreises Integration und der AG Migration des LV RLP/Saarland des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

 

 

4. Frauenprojektemesse

 

Vom 11.- 13.06.2010 beteiligte sich UTAMARA mit einem eigenen Informationsstand auf der Frauenprojektemesse in Neustadt an der Weinstraße.

 

5. Wie finanziert sich die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V.?
Bis 2009 wurden die Finanzierungen der Arbeiten der Frauenbegegnungsstätte UTAMARA über eine Anschubsfinanzierung durch die Stiftung International Free Women's Fondation garantiert. Seit 2010 hat sich die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA mit ihren Arbeiten selbst durch Spenden, Projekteinnahmen und Mitgliedsbeiträge finanzieren. Zudem wurden Solidaritätskonzerte, Kulturveranstaltungen, Spendenaufrufe und andere Aktivitäten veranstaltet, mit denen die Finanzierung der Arbeiten des gemeinnützigen und mildtätigen Vereins zu ermöglicht werden konnte.

Für besondere und größere Projekte werden Förderanträge gestellt. Eine weitere Einnahmequelle sind Honorare, die Referentinnen von UTAMARA für Seminare, Vorträge und andere Veranstaltungen erhalten.

 

6.Personal

Das Team von UTAMARA besteht aus 5 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen darunter eine hauptamtliche Mitarbeiterin. Zudem sind im Vorstand UTAMARAs 7 gewählte Mitfrauen. Auch bietet UTAMARA Praktikumsplätze für junge Frauen an. Eine Praktikantin hat vom 01. September 2010 bis zum 28. Januar 2011 erfolgreich ihr Praktikum absolviert.

Im Rahmen dessen konnte die Praktikantin folgende Arbeitsbereiche kennenlernen:

telefonische und persönliche Beratungsgespräche mit Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in den Sprachen kurdisch und türkisch
die Übersetzungsarbeit der Beraterin für die anfragenden Frauen
eigenständige Terminbegleitung im Rahmen der Beratungsarbeit
Teambesprechungen
Netzwerkgespräche und -veranstaltungen zur Aufklärung von Gewalt gegen Frauen
Netzwerkveranstaltungen
Übersetzungs- und Dolmetschertätigkeiten
 

 

7. Wie kann die Arbeit von UTAMARA unterstützt werden?
 

Wenn Sie einen Beitrag zur Fortsetzung der Aktivitäten und der Ausweitung des Angebotes leisten möchten, gibt es dafür viele Wege:

 

Sie können die Arbeiten und Veranstaltungen der Frauenbegegnungsstätte UTAMARA als aktives Mitglied über regelmäßige, ehrenamtliche Mitarbeit mit gestalten. Die ehrenamtliche Mitarbeit ist das Fundament der Arbeit von UTAMARA. Sie können sowohl in den laufenden Arbeiten als auch an der Gestaltung neuer Projekte mitwirken. Während Sie hierdurch die Möglichkeit haben, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, können Sie zugleich ihre eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse erweitern, Selbstbewusstsein gewinnen und neue Bekanntschaften schließen. Im Rahmen der Weiterbildungsangebote für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, gibt es die Möglichkeit, an periodischen Diskussionsgruppen und Seminaren teilzunehmen.
 

Durch punktuelle oder fachspezifische ehrenamtliche Mitarbeit können Sie die Arbeiten und Projekte von UTAMARA in einem bestimmten Bereich unterstützen. Tätigkeitsfelder können Referentinnentätigkeit, Kinderbetreuung, Übersetzungsarbeiten, Kommunikation und Webseitenpflege sein. Sie können auch dazu beitragen, das UTAMARA-Archiv und unsere Bücherei zu organisieren oder an der Raum- und Gartengestaltung und –pflege mitwirken. Hierfür würde es ausreichen, wenn Sie etwas Ihrer Zeit (z.B. 1-2 Stunden wöchentlich oder monatlich) UTAMARA zur Verfügung zu stellen.
 

Als Mitglied, Fördermitglied oder SpenderIn können Sie die Tätigkeiten von UTAMARA ideell und materiell fördern. Eine finanzielle Unterstützung über Mitgliedsbeiträge oder Spenden Vieler garantiert die Unabhängigkeit des Vereins, ermöglicht eine langfristige Planung. Zudem garantiert eine kontinuierliche und sichere Finanzierung der Vereinsarbeiten freie Kapazitäten für andere Arbeiten. Jede Frau ist herzlich eingeladen, volles Vereinsmitglied zu werden und damit den Verein zu unterstützen. Männer können unsere Arbeit unterstützen, in dem sie Fördermitglied werden oder spenden.
 

Auch institutionelle Unterstützung und Zusammenarbeit ist möglich: UTAMARA kann eine Kooperationspartnerin für Projekte und Seminare zur Bekämpfung und Prävention von Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen, zur Förderung des interkulturellen Austausches und der Emanzipation sein. Durch wechselseitigen Austausch und Zusammenarbeit mit anderen Frauenorganisationen, Institutionen und Netzwerken kann ein Betrag zur Verwirklichung dieser Ziele geleistet werden.
 

 

 

NEIN zu Brautgeld!

Gewalt ist kein Schicksal

 Gewalt ist kein Schicksal

Jede Frau hat eine Geschichte