Jahresbericht 2017

 

Die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA setzt sich seit über 10 Jahren dafür ein, die Lebensqualität von Frauen und Mädchen zu verbessern.

Der Verein ist durch verschiedene Maßnahmen bemüht, einen Bewusstseinswandel hervorzurufen, der ihre Lebensumstände nachhaltig demokratischer und gleichberechtigt gestaltet.

Eine grundlegende Aktivität stellt dabei die Bildungsarbeit für Frauen und Mädchen dar. Im geschützten und frauensolidarischen Umfeld der Begegnungsstätte wollen wir den Raum schaffen, dass Frauen sich selbst und ihrer Geschichte bewusst werden und somit eine freie Persönlichkeit entwickeln können. Frauen, die die ihnen beigebrachte Mangelhaftigkeit und Unterwürfigkeit verinnerlicht haben, nehmen Gewalt gegen ihre Person nicht als solche war und finden oft keinen Ausweg aus gewalthaften Beziehungen.

Mit einem zunehmenden Selbstbewusstsein tritt auch die persönliche Kraft der Frau zum Vorschein. Sie beginnt, eigene Wertvorstellungen in Bezug auf sich selbst, die Gesellschaft und in jeder Beziehung zu entwickeln und auch für diese einzustehen. Dies bildet die Grundlage für eine fortschrittliche Kindererziehung und ein demokratisches Familienmodell. Eine bewusste Frau und Mutter nimmt somit die Rolle einer gesellschaftlichen Multiplikatorin ein und prägt mit ihrem fortschrittlichen Bewusstseinsaufbau ihr gesamtes Umfeld.

Selbstbewusste Frauen brechen das Schweigen und beginnen, Ungerechtigkeit nicht weiter zu akzeptieren. Gemeinsam mit einer gelebten Solidarität unter Frauen wird der Geschlechterkampf deutlicher. Die Überordnung des Mannes und die Unterwerfung der Frau beginnt zu bröckeln. Dabei kommt es oftmals zu einer stärkeren Gewaltbereitschaft des Mannes kommt, der seine Macht und Einfluss verliert.

Das Beratungs- und Bildungsangebot der Frauenbegegnungsstätte kann ebensowenig wie andere Institutionen ausreichend notwendige Unterstützung leisten, damit Frauen das würdevolle Leben führen können, das ihnen zusteht. Die Auswirkungen von Erniedrigung und Gewalt auf den Geist von Frauen ist umfassender und tiefgreifender, als jede Wiedergutmachung oder Entschädigung greifen könnte. Gewalt gegen Frauen gibt es in Zeiten von Frieden ebenso wie in Zeiten des Krieges. Die ausgeübte Gewalt unterscheidet sich in ihrer Art und Intensität, die frauenfeindliche Mentalität der Täter und deren weitreichende Straflosigkeit ist die selbe.

 

2017 hat die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA deshalb vielfältige Veranstaltungen, Seminare und Projekte durchgeführt, die Themen wie gesellschaftlichen Sexismus, Frauenidentität und Rolle der Frau in der Gesellschaft, Geschichte der Frauenbewegungen und Frauenkämpfe, Frau und Religion, demokratische Familie und Interkulturelle Erziehung behandelten. Insgesamt über 800 Frauen und Mädchen nahmen an den Angeboten der Frauenbegegnungsstätte teil:

 

In unserem Modellprojekt Frauen stärken Demokratie!“ arbeiteten wir 2017 mit einer Moschee-Gemeinde und drei Alevitischen Gebetshäusern zusammen. Gemeinsam führten wir in Dortmund, Hagen und Leverkusen 12 Gesprächsrunden durch. An diesen Gesprächsrunden sowie an drei Wochenenden für Mütter mit Kindern und zwei Wochenendtrainings für Multiplikatorinnen haben 176 Frauen teilgenommen. Insgesamt 16 junge Frauen haben an einer Ferienbildungswoche in den Herbstferien teilgenommen.

 

2017 wurden durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 12 niederschwellige Frauenkurse gefördert. 7 Frauenkurse wurden im Tagungshaus der Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. mit der Teilnahme von 68 Frauen durchgeführt. Themen dieser Kurse waren die Entwicklung und Erziehung von Kindern im Kontext von Migration, Flucht und Integration, Gesunde Beziehungen zwischen Kinder und Mutter, Geschlechterbewusstsein und Gewalt innerhalb der Familie. Innerhalb von 6 Monaten wurden zudem 5 Frauen-Kurse in Bad Hönningen durchgeführt. 19 Frauen nahmen mit dem Ziel Grundkenntnisse der deutschen Sprache zu erwerben, an den Kursen teil.

 

Darüber hinaus nutzten verschiedene Frauengruppen und Organisationen die Räumlichkeiten der Frauenbegegnungsstätte für eigene Veranstaltungen oder nahmen angebotene Seminare und Workshops zu verschiedenen Themen wahr.

 

Im August wurde eine Bildung für Männer zur Förderung eines demokratischen Bewusstseins durchgeführt. Anhand verschiedener Workshops wurden insbesondere die Themen geschlechtergerechte Beziehungen und Gewaltprävention in den Mittelpunkt gestellt.

 

Es wurde 2017 eine vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderte Multiplikatorinnen-Schulung durchgeführt. Die "K(a)THi-Schulung. Kultur und Traumasensibles Empowerment für Frauen in der Hilfe für Geflüchtete" umfasste die Ausbildung von 20 Multiplikatorinnen. Die teilnehmenden Frauen wurden an insgesamt vier Wochenenden für einen sensiblen Umgang mit Trauma insbesondere im Kontext von Flucht und erlebter Kriegsgewalt geschult.

An unserer einwöchigen Sommerbildungsfreizeit für Mütter und Kinder haben insgesamt 27 Mütter und Kinder teilgenommen. Bei Workshops und Aktivitäten wurde an gesunden Beziehungen zwischen Mutter und Kind sowie gemeinsamer Stressbewältigung gearbeitet.

Zum dritten Mal veranstaltete die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA ihr Internationales Kinderfest am 20.05.2017 in Linz am Rhein. Unter dem Motto „Zerstört unsere Träume nicht“ nahmen rund 70 Kinder und ihre Familien die verschiedenen Spiel- und Unterhaltungsangebote wahr und setzten ein starkes Zeichen für ein friedliches Zusammenleben.

 

Im Jahr 2017 wurde das dritte Buch des Schreibprojektes „Jede Frau hat eine Geschichte“ veröffentlicht. Präsentiert wurde es im Rahmen der Interkulturellen Woche im Mehrgenerationshaus Neuwied sowie anlässlich des „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“ in den Räumlichkeiten der Frauenbegegnungsstätte. Die angesprochenen Themen waren Grundlage für einen intensiven Austausch im Rahmen der interkulturellen Frauensolidarität.

 

Auf Grund von Gewalt in engen sozialen Beziehungen im besonderen familiärer Gewalt haben sich im Jahr 2017 55 Frauen mit der Bitte um Unterstützung an die telefonische Beratung für Migrantinnen gewandt. Für Flüchtlingsfamilien und diverse Institutionen in der Region werden regelmäßige Übersetzungstätigkeiten durchgeführt.

 

Neben langfristigen Projekten führte UTAMARA oft auch in Kooperation mit anderen Frauengorganisationen regelmäßige und vielfältige Veranstaltungen und Seminare durch:

 

Gemeinsam mit Frauen aus der Region besuchten Mitarbeiterinnen der Begegnungsstätte anlässlich des Todestages von Uta und Amara das Grab von Uta Schneiderbanger sowie ihre Familie.

 

Gemeinsam mit verschiedenen Frauenvereinen beteiligte sich UTAMARA in Dortmund an einer Seminarreihe zu Themen wie häuslicher oder sogenannter kulturell begründeter Gewalt und Möglichkeiten der Hilfe und Prävention.

 

Traditionell veranstaltete die Frauenbegegnungsstätte gemeinsam mit vielen anderen Frauenorganisationen und dem DGB den 8. März in Neuwied. Gemeinsam mit dem Runden Tisch gegen Gewalt in engen sozialen Beziehung beteiligten wir uns an zwei Ständen zum 25. November dem Tag gegen Gewalt gegen Frauen in Neuwied und in Linz.

Insgesamt wurden 2016 auf verschiedenen Kulturfesten und Veranstaltungen an 7 Informations-Stände über die Arbeiten und Projekte der Frauenbegegnungsstätte informiert und dafür Spenden gesammelt.

 

Im Rahmen ihre Sommerreise besuchte auch die rheinland-pfälzische Ministerin für Familie, Frauen, Jugend und Verbraucherschutz Anne Spiegel die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA. Das Gespräch mit Mitarbeiterinnen und Vorstandsfrauen konzentrierte sich auf anstehende regional verankerte Projekte und gestaltete sich als reger Austausch.

 

Bundesweit nahmen 2017 Mitarbeiterinnen projektbezogen an Fachforen und Netzwerktreffen teil. Regional beteiligte sich UTAMARA insbesondere am Arbeitskreis Integration und am Arbeitskreis Gewalt in engen sozialen Beziehungen.

 

Ordentliche Mitfrauen sind aktuell 250. Davon leisten 151 regelmäßig Mitgliedsbeiträge. Im Verlaufe des Jahres 2017 konnten wir 12 Mitfrauen neu gewinnen, 3 Frauen haben ihre Mitgliedschaft gekündigt.

 

Die Vorstandssitzungen haben regelmäßig stattgefunden. Die Beteiligung an den Arbeiten durch den Vorstand waren entsprechend der jeweiligen beruflichen Gebundenheit unterschiedlich aktiv. Für das kommende Jahr bemüht sich der Vorstand weiterhin um eine aktive und verantwortungsbewusste Beteiligung an geplanten Veranstaltungen und Aufgaben.

FRAUENWELTEN - Interkulturelles Erzähl- und Themencafé

Aktuelle Veranstaltungen

Aktuelle Termine finden Sie auch auf unserer Facebook-Seite (@UTAMARA.06)

 

15.06.2019 13:00-17:00 Uhr Kinderfest Regenbogen der Kulturen in Linz (Rhein)

19.07.2019 - 21.07.2019 Sommerfreitzeit für Kinder von 7- 13 J.

26.07.2019 - 01.08.2019 Mutter-Kind-Sommerfreizeit

 

... für mehr Infos und Anmeldungen rufen Sie uns einfach an (02644-602424)

Gewalt ist kein Schicksal

 Gewalt ist kein Schicksal

NEIN zu Brautgeld!

Jede Frau hat eine Geschichte