Samstag, Dezember 16, 2017
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... heißt dass Modellprojekt, dass die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V.  seit dem 01.02.2015 im Rahmen des Bundesprogramm "Demokratie Leben" durchführt.  Mit dem neuen Bundesprogramm "Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" unterstützt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit dem 1. Januar 2015 das zivile Engagement von Initiativen und Vereinen. 

Das Projekt  „Frauen stärken Demokratie“ zielt darauf ab insbesondere Mütter und junge Frauen ein demokratisches Bewusstsein in den internen Familienbeziehungen zu vermitteln bzw. zu stärken. In diesem Zusammenhang sehen wir die verstärkte Einbindung von religiösen Gemeinden von großer Notwendigkeit. Daher findet das Projekt in enger Zusammenarbeit mit sunnitischen und alevitischen Kooperationspartnern statt. Das Projekt hat eine bundesweite Ausrichtung, konzentriert sich allerdings zunächst auf die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

  „Frauen stärken Demokratie“

Junge Menschen und auch Kinder, erleben zu Hause, in der Schule, im Freundeskreis, in sozialen Medien und darüber hinaus sehr unterschiedliche und zum Teil widersprüchliche Kultur- und Wertvorstellungen. Gerade auch junge Frauen, die in patriarchal geprägten Familien und mit einer gesellschaftlich legitimierten Sichtweise auf Frauen als sexuelles Objekt, Hausfrau, oder billige Arbeitskraft aufwachsen, erleben in ihrer Identitätsbildung tiefgreifende Widersprüche und Konflikte. Einfluss nimmt dabei auch die Entfremdung von Sprache und Kultur der Herkunftsländer der Eltern, sowie sozialer Druck der ethnischen Gemeinschaft, die beharrend rückständige Traditionen lebt.

In der Gemeinschaft und der Familie versuchen wenige die Widersprüche und Konflikte der jungen Frauen zu verstehen und sinnvolle Lösungen zu finden. Häufig reagieren zuallererst Eltern, aber auch andere Mitglieder der Gemeinschaft stattdessen mit Repression, Gewalt und Angst, um Konflikte zu unterdrücken oder zu verstecken. Oft werden Probleme dadurch erst groß. Und obwohl demokratische Mittel als Annäherung an Probleme und Konflikte immer positiver bewertet werden, werden in vielen Familien leider immer noch Repression und gewaltvolle Methoden als sinnvoll betrachtet und viele glauben daran, damit erfolgreich zu sein.

Um Probleme und Konflikte wirklich lösen zu können, braucht es Mütter und Väter, die bewusst in der Erziehung ihrer Kinder demokratische Methoden entwickeln und ihre Kinder als Subjekte mit eigenem Willen wahrnehmen. Gerade in der Erziehung ihrer Kinder, der Stärkung ihrer Willenskraft und der Entwicklung einer demokratischen Persönlichkeit spielen die Familie und die Mütter eine wichtige Rolle. In der Familie ist religiöses Leben oft mit vielen Vorschriften und Verboten verbunden, die junge Menschen in ihrer Suche nach Identität und Möglichkeiten zur Entfaltung ersticken und ebenso zu Konflikten führen können. Anstatt Lösungen in der Familie oder Gesellschaft für ihre Konflikte zu finden, kann ihre Suche sie auch zu radikal-islamistischen oder anderen demokratiefeindlichen Gruppen führen.

Es liegt in der Verantwortung der Gesellschaft, der Familie und von Frauen, jungen Menschen ihren gelebten Glauben auf Basis eines Demokratischen Verständnisses und mit demokratischen Methoden zu vermitteln. Sie sollten Glauben und damit verbundene Werte anstelle mit Verboten und Angst, mit Liebe und Respekt lehren sowie sich Problemen junger Menschen, statt prüfend und verurteilend, mit Verständnis und nach Lösungen suchend nähern. Umso weiter sich eine demokratische Kultur in der Gesellschaft und der Familie entwickelt, umso mehr kann diese auch junge Menschen beeinflussen. Dabei ist es notwendig Lösungen zu finden, bevor sich junge Menschen radikalen Gruppen zuwenden.

Deshalb führen wir das Modell-Projekt “Frauen stärken Demokratie” in enger Zusammenarbeit mit sunnitischen und alevitischen Kooperationspartnern durch. Wir wollen Frauen, Müttern und jungen Frauen über einen Zeitraum von 1,5 Jahren in ihrer Gemeinde begleiten und gemeinsam demokratische Prozesse in Gemeinde und Familie stärken. 

Im Projekt finden verschiedene Veranstaltungen in den Räumen der Gemeinde sowie in der Frauenbegegnungsstätte UTAMARA statt:

 

1 Gesprächsrunden für Frauen und Mütter

Die Gesprächsrunden finden in den Räumen der Gemeinden statt. Gemeinsam tauschen wir uns an mehreren gemeinsam vereinbarten Treffen über Erfahrungen, Widersprüche und Fragen aus.

 

 

2 Wochenenden für Frauen und Mütter

Die Wochenenden finden in den Räumen der Frauenbegegnungsstätte statt. Dort werden Themen aus den Gesprächsrunden vertieft und in Seminaren Bewusstsein und Wissen z.B. um demokratischen Erziehungsmethoden, gewaltfreie Kommunikation, die Lebenswelt von jungen Frauen, die Anziehung und Methoden radikal-islamistischer Gruppen erarbeiten.

3 Trainingswochenenden für engagierte Frauen

Frauen, die sich in Eurer Gemeinde besonders engagieren oder im Projekt sowie darüber hinaus Verantwortung übernehmen möchten, können sich an den Trainingswochenenden speziell zu “Möglichkeiten der Unterstützung von Familien in der Gemeinde, Mediation, Grundlagen gewaltfreier Kommunikation und Ursachen und Einflüsse auf religiöse Radikalisierungen” fortbilden.

 

4 Ferien-Bildungscamps für junge Frauen

Junge Frauen aus den Gemeinden und darüber hinaus können eine Ferienwoche in der Frauenbegegnungsstätte verbringen und sich bei verschiedenen Aktivitäten in ihrer Identität, ihrem Selbstbewusstsein und ihrem Verständnis von Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit stärken.

 

Aktuelle Termine: Ferienbildungscamp für junge Frauen in den Herbstferien 2017 vom  24. - 30.10.2017

Anmelden könnt ihr euch unter 02644 - 602424 oder per e-mail: modellprojekt utamara.org

 


 

 

     www.bmfsfj.de                                  www.demokratie-leben.de

 

 

 

 

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